Unsere Schule wurde am 01.09.1986 als Schule für Erziehungshilfe des Kreises Steinfurt eingerichtet. Ziel der Gründung war es, Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensprob­lemen im Kreis Steinfurt eine angemessene sonderpädagogische Förderung zukommen zu lassen. Der Unterricht begann zunächst mit zwei Klassen in den Räumlichkeiten der ehemali­gen St. Marien-Grundschule in Ibbenbüren-Uffeln. Die Räumlichkeiten wurden mit der Pfarrgemeinde St. Marien geteilt, die dort seit einigen Jahren ein Pfarrzentrum mit Büche­rei und Gruppenräumen eingerichtet hatte. Anfangs wurden elf Jungen und ein Mädchen von zwei Lehrern und einer Lehrerin unterrichtet. Gleichzeitig wurden einzelne Schüler im allgemeinen Schulsystem ambulant betreut. Recht schnell zeigte sich ein hoher Bedarf für eine Schule für Erziehungshilfe. Die Schülerzahl stieg be­reits zu Beginn des Schuljahres 1987/88 auf 32 Kinder in den Klassenstufen eins bis sechs. Auch die Zahl der pädagogischen Fachkräfte erhöhte sich. Neben dem ersten Schullei­ter, Herrn Löchte, arbeiteten weitere fünf Sonderschullehrer und eine Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr an der Schule. Zudem wurde stundenweise eine Sekretärin beschäftigt. Im Schuljahr 1991/92 wurde Frau Abbenhaus Konrektorin der Schule.

Wegen steigender Schülerzahlen wurde die Raumsituation immer beengter. Im Schuljahr 1988/89 musste das erste Schuljahr in der Küche unterrichtet werden; die Sechst- und Siebtklässler wurden in den angrenzenden Räumen eines Jugendheimes provisorisch beschult. Zudem stan­den keine Fachräume für Kunstunterricht, Werken oder Naturwissenschaften zur Verfügung.

Im Schuljahr 1991/92 wurde eine Dependance der Janusz-Korczak-Schule in Rheine für Kinder aus der Primarstufe eingerichtet. Bis zum Som­mer 1997 fand der Unterricht für diese Kinder in den Räumlichkeiten der Diesterweg-Grundschule statt. Die Unterrichtung von vier Jahrgangsstufen in zwei Klassenräumen gestaltete sich jedoch zunehmend schwieriger, so dass ein Umzug in das alte Arbeitsamt der Stadt Rheine erfolgte. Im Schuljahr 2003/04 ging dieser Primarbereich in die neue Verbundschule in Rheine über, die als spätere „Peter Pan Schule“ für die Förder­schwerpunkte Sprache und Emotionale und soziale Entwicklung zuständig war.

Im Schuljahr 1992/93 wechselte Herr Löchte in die Schulaufsicht. Frau Abbenhaus wurde als Nachfolgerin zur neuen Schulleiterin ernannt. Als Konrektor ergänzte Herr Johannes im Schuljahr 1994/95 die Schulleitung.

Die prekäre Raumsituation in der Stammschule in Ibbenbüren-Uffeln führte weiterhin dazu, dass nach den Herbstferien 1994 die Primarstufenklassen in Räumlichkeiten der Mauritius-Grundschule in Ibbenbüren zogen. Somit war die Janusz-Korczak-Schule an drei Standorten vertreten.

Den Standort an der Mauritius-Schule besuchten zunächst 22 Kinder. Die räumlichen Gegebenheiten mit lediglich vier Klassenräumen für ca. 40 Kinder – es standen keine Differenzierungsräume und keine zusätzlichen Fachräume zur Verfügung – konnten jedoch den pädagogischen Erfordernissen immer weniger gerecht werden. Zudem standen die Räume ohnehin nur bis zum Ende des Schuljahres 1998/99 zur Verfügung, da sie lediglich für einen Zeitraum von fünf Jahren durch den Kreis Steinfurt von der Stadt Ibbenbüren gemietet wurden.

Mit Beginn des Schuljahres 1999/2000 erfolgte deshalb ein weiterer Umzug nach Ib­benbüren-Bockraden. Die dort bis zum Ende des Schuljahres 1997/98 von der Hauptschule am Aasee genutzten Räume wurden auf die Bedürfnisse unserer Schüler umgebaut, so dass dort vier Klassenräume mit je einem Differenzierungs­raum sowie ein Kunstraum, ein Werkraum, ein Mehrzweckraum für die Kinderkonferenz und weitere Nebenräume zur Verfügung standen. Im Schuljahr 2005/06 wurden dort 54 Kinder von insgesamt elf Lehrern unterrichtet.

Auch die Stammschule in Ibbenbüren-Uffeln, in der seit dem Schuljahr 1993/94 aus­schließlich Schüler der Sekundarstufe I unterrichtet wurden, hatte weiterhin mit räumlichen und baulichen Problemen zu kämpfen. Der Keller, in dem sich der Werkraum befand, stand aufgrund von Veränderungen des Grundwasserspiegels permanent unter Was­ser.

Das Motto des zehnjährigen Jubiläums, das am 07.06.1997 gefeiert wurde – „Alle in einem Boot“ –, war also durchaus wörtlich zu verstehen und ein erneuter Hilferuf an die verantwort­lichen Politiker. Nachdem mit Beginn des Schuljahres 1998/99 zwei Container für zwei Klas­sen aufgestellt werden mussten, um einen geregelten Unterrichtsablauf zu ermögli­chen, beschloss der Kreistag den Neubau der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung in Ibbenbüren-Uffeln, da die Kosten für eine Sanierung des alten Gebäudes unverhältnis­mäßig hoch gewesen wären. Der Schulneubau wurde im Frühjahr 2001 bezogen. Das alte Schulgebäude wurde abgerissen.

Das neue Schulgebäude hatte nun fünf Klassen­zimmer mit je einem Gruppenraum für die vorgesehene Regelbelegung mit 55 Schülern, zwei Mehrzweckräume, einen Hauswirtschaftsraum (mit Küche und Essplatz), Werk- und Fach­räume; ein 150 m2 großes Forum und mehrere Nebenräume. Auf eine Turnhalle musste die Schule allerdings weiterhin verzichten, so dass der Sportunterricht nach wie vor nur unter Fahraufwand in der Kreissporthalle in Ibbenbüren stattfand.

Die ehemalige Schulleiterin Frau Abbenhaus verließ die Janusz-Korczak-Schule zum Sommer 2000. Im Ja­nuar 2001 übernahm Herr Joosten die Leitung der Schule.

Im Schuljahr 2003/04 entschied sich das Kollegium der Janusz-Korczak-Schule für die Teilnahme am sechsjährigen Modellprojekt „Selbstständige Schule“. Dieses landesweite Vorhaben zielte auf die Verbesserung der Qualität schulischer Arbeit und insbesondere des Unterrichts durch qualitätsorientierte Selbststeuerung an Schulen und durch Entwicklung regionaler Bildungslandschaften. Die zentralen Ziele des Modellpro­jektes waren neben der Verbesserung der schulischen Arbeit und des Unterrichts sowohl bes­sere Leistungen der Schüler und mehr Zufriedenheit bei den Schülern, Eltern und Lehrern.

Für die Janusz-Korczak-Schule bot sich hier ein Anknüpfungspunkt an die in den letzten Jahren bereits geleistete Arbeit im Rahmen von EPUS (EntwicklungsProzess Unserer Schule). Dieser Entwicklungsprozess wurde in unserer Schule schon im Jahre 1998 begonnen und durch externe Unterstützung im institutionellen Schulentwicklungsprozess (ISP) fachlich begleitet. Für die Schulentwicklung standen die bewusste Bewahrung er­reichter Qualitätsstandards und ihre systemische Weiterentwicklung im Vordergrund.

Das Modellprojekt „Selbstständige Schule“ endete mit Ablauf des Schuljahres 2007/2008.

Aus dem Modellprojekt „Selbstständige Schule“ ist eine Kooperation zwischen der Janusz-Korczak-Schule, der Josefsschule in Wettringen und den Caritas-Ausbildungsstätten in Rheine zur beruflichen Eingliederung schulmüder Schüler der Förder­schulen für emotionale und soziale Entwicklung erwachsen. Die Werk-statt-Klasse entwickelt seit dem Schuljahr 2005/06 schulische und berufliche Perspektiven für diese Schüler.

Im August 2008 wechselte der Schulleiter Herr Joosten als Schulaufsichtsbeamter ins Schulamt für den Kreis Steinfurt. Herr Bernroth hat im Januar 2009 das Amt des Schulleiters übernommen.

Seit dem Schuljahr 2009/10 konnte die Janusz-Korczak-Schule mit Hilfe des Landesprogramms „Geld oder Stelle“ und in Kooperation mit dem Jugendamt des Kreises Steinfurt und der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland gGmbH für eine Schülergruppe aus dem Bereich der Klassen 5 und 6 ein erstes Nachmittagsprojekt anbieten.

Zum Schuljahr 2010/11 startete angebunden an die Primarstufe das Kooperationsprojekt „nebenan“ zur Integration nicht schulfähiger Kinder in die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung. Kooperationspartner wurde in diesem Projekt ebenfalls die Evangelische Jugendhilfe Münsterland gGmbH.

Am 22. März 2012 wurde die Janusz-Korczak-Schule „Schule der Zukunft“. Als Teilnehmerschule an der Kampagne des Landes NRW hatte sie bewiesen, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung gelingen kann. Das Projekt „Kindergericht“ förderte Verantwortungsübernahme und Wiedergutmachung und bildet seitdem einen weiteren Baustein im Schwerpunktcurriculum Soziales Lernen. Für dieses Projekt wurde die Janusz-Korczak-Schule auch für den 9. Kinderrechtepreis 2012 nominiert und am 23. September 2012 in Köln ausgezeichnet.

Im Februar 2013 wurde unsere Schule im Rahmen der Qualitätsanalyse NRW evaluiert. Das Ergebnis der Analyse, die von Prüfern der Bezirksregierung Münster durchgeführt wurde, dokumentiert den außergewöhnlichen Qualitätsstandard unserer Schule. Die Janusz-Korczak-Schule ist dem Ergebnis nach eine der besten Schulen Nordrhein-Westfalens. Unsere Schule erhielt keine Handlungsempfehlungen, sondern lediglich Impulse für die Weiterarbeit. Das komme nach Aussagen des Qualitätsteams so gut wie niemals vor. Das Ergebnis war eine Bestätigung der Arbeit aller Kollegen an unserer Schule, aber auch die Aufforderung, diesen hohen Qualitätsstandard zu halten.

Das Schuljahr 2013/14 begann mit einer Würdigung. Am 18. September 2013 wurde unsere Schule in der Philharmonie in Essen unter Mitwirkung der Ministerin für Schule und Weiterbildung Frau Sylvia Löhrmann mit dem Schulentwicklungspreis Gute gesunde Schule ausgezeichnet, weil Gesundheitsförderung und Prävention in die Schulentwicklung außerordentlich erfolgreich integriert wurden.

Mit Genehmigungsverfügung der Bezirksregierung Münster vom 14. Februar 2013 wurde die Janusz-Korczak-Schule Gebundene Ganztagsschule gem. § 9 Abs. 1 Schulgesetz.

Zum Schuljahr 2013/14 begann der Ganztagsbetrieb mit den Klassen 5 und 6. Der Ausbau des Ganztags für die gesamte Sekundarstufe wurde im Schuljahr 2014/15 vollzogen. Mit dem Umzug der Primarstufe in das neue Schulgebäude im Schuljahr 2015/16 wurde auch für die Klassenstufen 3 und 4 der Gebundene Ganztag umgesetzt.

Mit der Einführung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes am 01. August 2014 haben sich die Bedingungen an unserer Schule verändert. Der Klassenrichtwert ist von 11 auf 13 Schüler und die Klassenhöchstgrenze von 14 auf 17 Schüler erhöht worden. Die Lehrer-Schüler-Relation hat sich für Betreuung unserer Schüler ebenfalls zum Nachteil verändert. Die damit verbundenen Auswirkungen auf den Schulbetrieb insgesamt und auf den Gebundenen Ganztag waren bereits im Schuljahr 2014/15 spürbar.

Zum Ende des Schuljahres 2014/15 wurde der Konrektor Herr Johannes in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig endete für die Primarstufe die insgesamt 16-jährige Zeit am Standort Ibbenbüren-Bockraden. Im Zuge der Neustrukturierung der Förderschullandschaft im Kreis Steinfurt und der Schließung der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Ibbenbüren wurde ein größeres Schulgebäude an der Laggenbecker Straße frei. Seit Beginn des Schuljahres 2015/16 wurde dieses Gebäude für die jüngeren Schüler der Janusz-Korczak-Schule angemietet. An diesem neuen Primarstufenstandort werden nun auch Schüler der Klassen 5 und 6 unterrichtet. Insgesamt besuchten 93 Schüler in sieben Klassen diesen Standort. Das multiprofessionelle Kollegium umfasste 21 Lehrkräfte sowie eine Sozialpädagogin, weitere Sozialpädagoginnen im Anerkennungsjahr, eine Erzieherin, einen Bundesfreiwilligen, weitere Dauerpraktikantinnen und einen Hausmeister.

Auch das Kooperationsprojekt „nebenan“ wurde in das Gebäude an der Laggenbecker Straße integriert.

Als neues Element der Primarstufe erleichtert das Projekt „Auszeit“ einzelnen Kindern der Klasse 1 und 2 die Einbindung in die Schule und in ihre Lerngruppe.

Mit einem großen Schulfest wurde am 25. Juni 2016 das 30jährige Bestehen unserer Schule am neuen Standort Laggenbecker Straße gefeiert.

Am 21. September 2016 wurde die Janusz-Korczak-Schule zum zweiten Mal nach 2013 mit dem Schulentwicklungspreis Gute gesunde Schule für Gesundheitsförderung und Prävention in der Schulentwicklung ausgezeichnet. Dabei wurden das „Babywatching“ als Baustein des Schwerpunktcurriculums Soziales Lernen und das Schulentwicklungsprojekt „Kein Kind ohne Essen“ besonders hervorgehoben.

Unsere Schule beteiligt sich seit Beginn des Schuljahres 2016/17 nach Zustimmung von Lehrer- und Schulkonferenz an dem Projekt „Vielfalt fördern” des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, um unsere systematische individuelle Förderung im Unterricht noch zu optimieren. Eine Projektsteuergruppe unserer Schule begleitet den zweijährigen Fortbildungs- und Umsetzungsprozess.

Im November 2016 wurde Herr Schmidt zum Konrektor ernannt und komplettiert als stellvertretender Schulleiter die Schulleitung.

Die konzeptionellen Planungen zu einer neuen Projektklasse „anSchuB“ zur Förderung von Schülern mit intensivpädagogischem Unterstützungsbedarf sind abgeschlossen. Notwendige Baumaßnahmen auf dem Gelände des Hauses Hülshoff in Tecklenburg werden zurzeit umgesetzt. Zum Schuljahr 2017/18 wird das Projekt starten.