Der Landesverband des vds – Fachverband für Sonderpädagogik hat in diesem Jahr seinen Innovationspreis an das Projekt anSchuB verliehen. Melanie Al-Bayaa und Berthold Rupprecht nahmen den Preis im Rahmen einer Feierstunde während der Jahreshauptversammlung des Verbandes am 24. November 2018 in Bensberg entgegen. Sie können hier die Pressemitteilung des Verbandes lesen.

Der Landesverband vergibt den Innovationspreis 2018 an das Projekt „anSchuB“ der Janusz-Korczak-Schule in Ibbenbüren

 

Der Landesverband konnte dieses Jahr zum ersten Mal den vds-Innovationspreis für beispielgebende Konzepte sonderpädagogischer Förderung in Nordrhein-Westfalen verleihen. Die Auszeichnung des Siegerprojektes und die Übergabe des Preisgeldes in Höhe von 1000 Euro fand im Rahmen der Landeshauptversammlung am 24.11.2018 in Bensberg statt. Frau Al-Bayaa und Herr Rupprecht nahmen die Auszeichnung als einreichende Lehrkräfte der Janusz-Korczak-Schule entgegen. Die Delegierten der Landeshauptversammlung konnten sich im Anschluss mit den Preisträgern unterhalten und Fragen stellen.

 

Die Entscheidung wurde dabei von einer Jury aus erfahrenen Kolleginnen bzw. Kollegen des Verbands getroffen. Die Jury bestand hierbei aus Cornelia von Scheven, Klaus Beyer-Dannert und Dietmar Barton, denen auch an dieser Stelle gedankt sei. Sie bewältigten souverän die herausfordernde Aufgabe aus den insgesamt 29 eingereichten, hochspannenden Projektskizzen ein Siegerprojekt auszuwählen. Diese Anzahl der hierbei eingereichten Projekte zeigt in jedem Fall, dass im ganzen Land Kolleginnen und Kollegen mit großartigen Ideen und viel Engagement neue Wege der sonderpädagogischen Förderung erproben und Schulpraxis innovativ gestalten.  Dies anzuerkennen und einzelne, nachahmenswerte Konzepte einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, ist demnach auch die Intention des zu verliehenen Preises. 

 

Dabei fällt die Wahl für den Innovationspreis 2018 auf das Projekt „anSchuB“ der Janusz-Korczak-Schule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung im Kreis Steinfurt. Die besondere Innovationskraft dieses Projektes erwächst dabei sowohl aus den darin realisierten pädagogischen Ansätzen wie auch der aktuell hohen bildungspolitischen Bedeutung entsprechender Konzepte für die Verwirklichung von Teilhabe- und Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern mit intensivpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung insgesamt. 

 

So findet sich seit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz der Verweis auf Alternativlernorte für Schülerinnen und Schüler mit hohem spezifischen Unterstützungsbedarf im Schulgesetz, ohne, dass dies konzeptionell näher ausgeführt wird. Umso wichtiger ist es, dass sich Schulen mit ihren Kooperationspartnern auf den Weg machen, um diesen Begriff des „Alternativen Lernortes“ im Interesse ihrer Schülerinnen und Schüler mit Leben zu füllen. 

 

Dass hier ein zunächst sperriger Begriff im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben gefüllt werden kann, zeigt dabei das Projekt „anSchuB“ in vorbildlicher Weise. „Jugendlichen mit großen psychosozialen Belastungen, jugendpsychiatrischen Diagnosen, Beziehungsabbrüchen mit Verlusterlebnissen und frühkindlichen Traumatisierungen“ (Projektskizze „anSchuB“) soll dabei nicht nur ein alternativer Lern- sondern ein umfassender Lebensort angeboten werden. Ausgangspunkt ist hierbei ein umgebauter Bauernhof mit Außengelände, der neben formalem auch viel Raum für soziales, emotionales, projekt- und erlebnisorientiertes Lernen lässt. Das Projekt überzeugt mit seinem umfassenden und ganzheitlichen pädagogischen Konzept, worin der Jahreskreis als natürliche Rhythmisierung den Rahmen für vielfältige Lern- und Förderangebote bildet. Leben und Lernen gehen hierbei Hand in Hand und tragen dazu bei, subjektivbedeutsam die individuellen Förderbedarfe der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Es werden fachliche Zielsetzungen, die gemäß dem temporären Charakter dieser pädagogischen Maßnahme, Anschlussfähigkeit an das Lernen in der Stammschule ermöglichen, auf das Engste verknüpft mit einem förder- und entwicklungsbezogenen Kompetenzerwerb, der sich aus der besonderen Ausgangslage der Jugendlichen ergibt. 

 

Die überzeugende pädagogische Konzeption in Verbindung mit der besonderen Nachhaltigkeit der Projektidee waren demnach ausschlaggebend den diesjährigen Innovationspreis an das Projektteam der Janusz-Korczak-Schule zu verleihen. 

 

Herzlichen Glückwunsch an das Projektteam und vielen Dank für die bisher geleistete Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern!